Verlängerung alle 2 Jahre

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Zita
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Re: Verlängerung alle 2 Jahre

Beitragvon Zita » Fr 5. Okt 2018, 03:08

So, jetzt auch noch ein Kommentar von mir. Ich mußte das erstmal etwas sacken lassen.


Einerseits war natürlich alles wie immer: 4 Vorträge, dazwischen Pausen und am Ende eine Unterschrift.


Andererseits war schon die Hälfte anders als sonst: es gab zwei neue Dozenten. Nicht nur der Brückenbauer wurde ausgetauscht (sehr schade, ich mochte den Vortrag von Dr. Samol!) - außerdem gibt es jetzt noch einen jungen Mitarbeiter der Genehmigungsbehörde, der Informationen aus seiner Perspektive beisteuert. Es gab also schonmal mehr Neuerungen als in den letzten 20 Jahren.


Der Grund für mein Zögern, über diesen Tag zu schreiben war aber nicht das offensichtlich Neue sondern neue Kleinigkeiten in den Vorträgen altbekannter Dozenten.

Der Vortrag zum Verhalten im Straßenverkehr hatte bisher einen sympathischen roten Faden. Sinngemäß wurde gesagt, im Lehrgang werde das korrekte Verhalten in Erinnerung gerufen - was jeder Einzelne auf der Straße daraus mache sei jeweils die eigene Entscheidung. Perfekt. Damit kann man arbeiten. Ob man Probleme nun am Beispiel von Unfallberichten deutlich machen sollte ist Geschmackssache - ich finde das nicht schlecht, weil ich denke, ziemlich vielen Kollegen sollte man mal öfter einbleuen, daß manches Verhalten im echten Leben unangenehme Folgen haben kann (und daß Abstand Leben retten kann). Aber Unfallberichte mag nunmal nicht jeder.

Ich habe eher ein Problem mit einer Sichtweise auf das Thema, die mir bisher in diesem Vortrag nie aufgefallen ist: es wurde schon beim ersten Unfallbericht darauf hingewiesen, daß im Fall eines Gerichtsverfahrens auch die anderen Beteiligten Rechtsanwälte hätten, die nach Fehlern der Unfallbeteiligten zu suchen hätten und wir sollten uns auf jeden Fall so verhalten, daß es nichts zu finden gäbe. Danach gab es noch eine ganze Reihe weiterer Hinweise in dieser Richtung und fraglos sind alle korrekt und bedenkenswert. Vielleicht sehe ich auch nur Gespenster. Aber nach meiner Auffassung sind wir auf der Straße um Gefahren möglichst klein zu halten. Natürlich ist es immer gut, zu wissen, was man tun darf und was nicht (und welche Folgen es haben kann, etwas zu tun, was nicht erlaubt ist) - und Eigensicherung ist natürlich auch immer wichtig ... aber ich denke, wer sein Verhalten in jederzeit darauf ausrichtet, in einem möglichen Gerichtsverfahren optimal gut dazustehen, sollte sich Gedanken über einen Berufswechsel machen. Natürlich ist das nur meine Meinung und ich bin mir bewußt, daß sie nicht zu dem paßt, was uns (zumindest in diesem Jahr) beigebracht wurde. Aber ich bin dafür, jeweils das zu tun, was in der konkreten Situation nötig ist und nicht das, was rechtlich am sichersten ist.


Und warum schreibe ich den ganzen Kram hier?

Weil ich möglichst jeden bitten möchte, sich vorher mal Gedanken darüber zu machen, was in welcher Situation zu tun ist und sich vorher eine Meinung zu bilden, nicht erst nachts auf der Straße. Eine eigene Meinung ist kein Luxus sondern manchmal überlebenswichtig - mal für einen selbst, mal für andere.

In diesem Sinne: gute Fahrt allerseits!


:techie-typing:
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Re: Verlängerung alle 2 Jahre

Beitragvon Schuby » Fr 5. Okt 2018, 12:09

Ich weiss nicht, welche Dozenten ich nächstes Jahr haben werde, es ist auch unwahrscheinlich, dass ich mich an einen erinnern werde, ist ja erst mein drittes Mal, dass ich zur Schulung muss.

wer sein Verhalten in jederzeit darauf ausrichtet, in einem möglichen Gerichtsverfahren optimal gut dazustehen, sollte sich Gedanken über einen Berufswechsel machen. ...
... jeweils das zu tun, was in der konkreten Situation nötig ist und nicht das, was rechtlich am sichersten ist.

Ich denke, wir alle handeln irgendwie situationsbedingt. Ich hatte noch nie im Hinterkopf, wie ich im Fall der Fälle mit Hilfe eines Rechtsanwalts positiv aus einer Sache rauskommen würde. Werde ich auch zukünftig nicht machen, weil: Es ist absoluter Blödsinn. Über ein "was wäre wenn" oder "wie wäre es am besten" kann ich mir hinterher Gedanken machen, sollte etwas passiert sein. Ich hab doch überhaupt keine Ahnung, wie es vor meinem STP aussieht. Mag sein, dass es beim BF4 ganz anders aussieht, darüber kann ich mir aber kein Urteil erlauben.

Auch STP-Fahrer sollten regelmäßig einer Schulung beiwohnen. Die Fahrer sind von uns abhängig! Es kann doch nicht sein, um nur ein Beispiel zu nennen, dass erst rausgezogen wird, dann wird geblinkt und du als Hinterherfahrernder weisst nicht, was du in dem Moment als erstes machen sollst. Diese Arroganz einiger Fahrer uns gegenüber ist einfach nur zum kotzen. Und da sind einige Garagenfahrer, egal, von welcher Firma, ganz oben auf meiner Hasskladde. Kann man nicht das Mikrofon in die Hand nehmen und bescheidsagen? Ich kann schliesslich nicht durch den Transport durchsehen. Wenn ein Hinweis meinerseits nichts hilft, dann schalte ich eben auch auf stur, fahre stumpf hinterher, mache nur das notwendigste.

Neulich hatte ich einen Unfall, nichts dolles. Eigensicherung ist erstmal das wichtigste nach einem Unfall, meine Sicherheit geht vor. Also Anlage hoch, gelbe Jacke an, Achtung setzen, Pylonen und Lampen raus, ab hinter die Leitplanke. Was macht die Unfallgegnerin?
Nichts! Kein Warnblinker, keine Warnweste, nicht hinter die Planke. Im Gegenteil, bleibt hinter ihrem Auto und telefoniert ...
Was lehren die Fahrlehrer in den nicht wenigen Theoriestunden??? Das Einzige, worauf ich sie hingewiesen habe, dass sie doch bitte ihren Warnblinker einschalten möge. Das ginge nicht, das Auto würde überhitzen ... :angry-banghead: Wass willste dazu noch sagen oder argumentieren?
Meinen Kaffeebecher noch aus dem Auto geholt und hinter die Planke.
Der steht wohl noch da, ich hab ihn auf der Leitplanke stehenlassen ...
Mal hier, mal da

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Re: Verlängerung alle 2 Jahre

Beitragvon Schuby » Fr 5. Okt 2018, 13:21

Mir fällt grad noch was dazu ein:

Ich denke, nicht mal Rechtsanwälte, Richter oder Staatsanwälte werden im Vorfeld so handeln, dass sie eventuell vorteilhaft aus einer Situation rauskommen.
Das würde dann ja schon an eine Phobie grenzen?
Mal hier, mal da

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Re: Verlängerung alle 2 Jahre

Beitragvon Zita » Fr 5. Okt 2018, 13:23

Obwohl Du nicht dabei warst, hast Du schon einen der Punkte getroffen: das Verlassen des Wagens beim Halt. Es wurde ja schon immer gesagt, wir sollten aus den Fahrzeug raus und entweder hinter die Leitplanke oder zum Fahrer in den LKW. Ok, unter dem Gesichtspunkt der Eigensicherung ist das einen Gedanken wert und mein etwas flapsiger Hinweis auf einen erprobten und pflichtbewußten Schutzengel ist nicht wirklich nachahmenswert (wenn auch absolut ernst gemeint).


Aber das Verhalten unter dem Gesichtspunkt der juristischen Folgen im Schadensfall zu beurteilen ist schon eine sehr spezielle Sichtweise. Wenn das aber am Beispiel eines Unfalls auf der Autobahn passiert und darauf hingewiesen wird, dass es rechtliche Probleme geben könnte, wenn der Transport seit längerer Zeit stehe und der Begleiter noch immer im Fahrzeug sitze kann ich das nicht mehr nachvollziehen. Ok, Unfälle am Stauende häufen sich. Aber einerseits kann ich doch nicht bei jedem Stau fluchtartig meinen Wagen verlassen und andererseits sind unserer Wagen viel besser als andere zur Absicherung ausgerüstet.

Es erscheint mir zumindest grenzwertig, zu lehren, den Wagen schnellstmöglich zu verlassen. Stattdessen sollten wir uns über vernünftiges Verhalten am Stauende unterhalten. Also: Abstand. Viel Abstand bei geringer Verkehrsdichte. Noch mehr Abstand um vier Uhr morgens. Den Blick in den Rückspiegel. WARNBLINKER!! (Das Wort ist bei der Schulung gar nicht gefallen.) Wenn mehrere Begleitfahrzeuge da sind könnte man darüber nachdenken, dass eines am Stauende bleibt bis einige Fahrzeuge langsam an den Stau heranfahren. Man kann schon einiges tun, wenn man wach ist und über die Möglichkeiten eines Begleitfahrzeuges verfügt. Zumindest wenn man sich nicht mit 101 direkt hinter den Transport stellt, und davon ausgeht, dass man alles getan hat, wozu man verpflichtet ist (damit man rechtlich auf der sicheren Seite ist).

Wir wissen alle, dass die Autobahn kein Spielplatz ist. Aber es erschiene mir sinnvoller, mal physikalische Grundlagen wie den Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit und der Länge von Bremswegen in Erinnerung zu rufen statt sich Gedanken darüber zu machen, ob die juristische Beurteilung eines möglichen Unfalls irgendeinen Fehler zutage fördern könnte. Oder wenigstens beides anzusprechen.
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Re: Verlängerung alle 2 Jahre

Beitragvon Zita » Fr 5. Okt 2018, 13:45

Schuby hat geschrieben: ...

Ich denke, nicht mal Rechtsanwälte, Richter oder Staatsanwälte werden im Vorfeld so handeln, dass sie eventuell vorteilhaft aus einer Situation rauskommen.
Das würde dann ja schon an eine Phobie grenzen?


Wenn Du Dich da mal nicht irrst ...
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Re: Verlängerung alle 2 Jahre

Beitragvon Schuby » Fr 5. Okt 2018, 15:59

"Vorfeld" ist wohl die falsche Wortwahl gewesen.
Wenn etwas passiert, dann unmittelbar und meist nicht vorhersehbar. Wer so fährt, dass er die komplette Rechtslage immer im Blick hat, ist eine Verkehrsbremse. Solche, in meinen Augen Idioten, gibts auch, die sollten besser zu Fuß von A nach B.

Das Verlassen des Autos steht sogar in unseren Fahrerhandbüchern ...
Bei einem kurzen Stopp auf der Autobahn, der viele Gründe haben kann, steige ich auch nicht aus. Ist aber was mit der Ladung, könnte es länger dauern, dann raus und helfen :tools-hammer: :tools-wrench: , damit man schnell weiter kann, wenns denn auf der RECHTEN Seite ist.
Dauerts länger, dann alle Maßnahmen zur Absicherung, die erforderlich sind. Da breche ich mir keinen Zacken aus der Krone, außerdem sind wir dazu verpflichtet, evtl. auch die Blaulichter anrufen.
Machen wir uns nichts vor, nicht mal das schaffen einige Begleiter"kollegen". Sieht man immer wieder mal.

Bei Stau sehe ich zu, dass ich nach ganz links komme, Abstand, Drehlampen an, im Spiegel rückwärtigen Verkehr beobachten. Hats sich hinter mir beruhigt, alles aus. Nur wenn auch andere vor mir aussteigen, dann könnte es länger dauern, vertrete ich mir vielleicht auch mal die Beine. Aber dazu nicht hinter die Leitplanke. Je nach Witterung kann das aber variieren: Bei Schnee und Eis und Stauende nix wie raus aus dem Kutter!
Alles meine eigene Sichtweise der Dinge. Was andere machen, ist mir schlicht egal!
Mal hier, mal da

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Re: Verlängerung alle 2 Jahre

Beitragvon Zita » Fr 5. Okt 2018, 17:24

Naja, es ging mir jetzt nicht speziell um das Verhalten am Stauende (dazu könnte man bei Bedarf ein eigenes Thema machen). Mir ging es darum, dass die einzige offizielle Unterweisung, die es in unserem Job gibt, den Schwerpunkt darauf legt, sich so zu verhalten, dass man rechtlich möglichst unangreifbar ist und nicht darauf, Probleme nach Kräften zu verhindern (z. B. so, wie Du es beschreibst).
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Re: Verlängerung alle 2 Jahre

Beitragvon bonns » Fr 5. Okt 2018, 18:45

"rechtlich möglichst unangreifbar" ist man nur, wenn man sich Buchstabengetreu an die Anweisungen der Genehmigung hält.
Sowohl als BF3, als auch als BF4 Fahrer.
Setzt man nur die vorgeschriebenen Zeichen, ist man auf der sicheren Seite.

Setzt man ein Zeichen von dem man meint, das es besser und Sinnvoller wäre, also der Sicherheit des Verkehrs dienlicher, es passiert etwas, und man weist Dir das nach, bist Du im Eimer.
Ohne wenn und aber!
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Gruss

Uwe


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