Lagerfeuer zu "Recht und Links"

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Schuby
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Lagerfeuer zu "Recht und Links"

Beitragvon Schuby » Fr 9. Dez 2016, 20:35

Ich hab dieses Thema erstellt, weil ich nicht unbedingt Zitas mühsam zusammengestellte Dokumentationen in "Recht und Links" mit einer Diskussion zumüllen möchte. Der Charakter der Informationsweitergabe soll schliesslich erhalten bleiben.

Zu der Homepagesammlung über Baustellen:

Wieder einmal sieht man, dass jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht. Mir ist es absolut unverständlich, warum niemand dieser Leute auf die Idee kommt, alles auf einer einzigen Homepage zu veröffentlichen. Das entsprechende Ressort lädt seine aktuellen Daten dort hoch und alles ist fein. Dann benötigt man nur noch einen App-Programmierer, der das alles für die entsprechenden Smartphonesysteme programmiert.
Fertig!

Das spart den Ländern z.B. Ressourcen auf ihren Servern und letztendlich Steuergelder.


Im Übrigen habe ich mich noch nie mit diesen Seiten befasst.
Erstens sollte niemand davon ausgehen, dass der Suchende entsprechendes Datenvolumen in Verbindung mit einer Flat hat.

Zweitens gibt es nach wie vor Regionen in Deutschland, in denen man so gut wie keine bis gar keine Verbindung mit seinem Provider aufnehmen kann.

Drittens kann mir auch eine Genehmigungsbehörde nicht vorschreiben, dass ich überhaupt im Internet bin, bzw. nach entsprechenden Informationen suchen soll. Das als Auflage für einen genehmigungspflichtigen Transport zu machen ist mit Sicherheit rechtlich nicht haltbar. (Entsprechende Stellen sollten vielmehr dafür sorgen, dass A die in der Genhmigung stehenden Telefonnummern auch erreichbar sind und B, dass diese Nummern auch korrekt sind!)

Viertens bin ich als Begleiter u.U. nicht dafür zur Verantwortung zu ziehen, dass ich vorstehendes nicht getan habe. Zu 99% bin nicht ich, der Begleitfahrer, der Transportführer, sondern die Spedition bzw. deren Beauftragter, also der STP-Fahrer, also muss dieser sich darum kümmern. Ich mache das, wenn ich es möchte (!!!), niemand kann das von mir verlangen oder mir vorschreiben.
Mal hier, mal da

Gruß Henry

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Zita
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Re: Lagerfeuer zu "Recht und Links"

Beitragvon Zita » Fr 9. Dez 2016, 21:51

Uii ... das hört sich mächtig sauer an! :angry-steamingears:


Schuby hat geschrieben: Ich hab dieses Thema erstellt, weil ich nicht unbedingt Zitas mühsam zusammengestellte Dokumentationen in "Recht und Links" mit einer Diskussion zumüllen möchte.


Seltsame Äußerung für ein Forum :think:

Diskussionen und Meinungsaustausch sind nie Müll! Ein eigenes Thema für die Diskussion ist zwar eine gute Idee, aber warum sollte man nicht in dem Bereich der Genehmigungsauflagen auch über Genehmigungsauflagen diskutieren können??

Aber egal, am Stammtisch kann man über alles schwadronieren. :obscene-drinkingcheers:


Schuby hat geschrieben: ...
Zu der Homepagesammlung über Baustellen:

Wieder einmal sieht man, dass jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht. Mir ist es absolut unverständlich, warum niemand dieser Leute auf die Idee kommt, alles auf einer einzigen Homepage zu veröffentlichen. Das entsprechende Ressort lädt seine aktuellen Daten dort hoch und alles ist fein. Dann benötigt man nur noch einen App-Programmierer, der das alles für die entsprechenden Smartphonesysteme programmiert.
Fertig!
...


Stimmt, aus heutiger Perspektive könnte man das sehr viel besser darstellen.

Aber du übersiehst, daß alles im Leben in Bewegung ist. Soll heißen: Schwertransporte brauchen schon sehr viel länger Begleitung, als es Apps gibt.

Die föderale Struktur in Deutschland ist nunmal so gewachsen, darüber kann man historische Diskussionen führen, aber ich fürchte, in unserem Job müssen wir damit leben.

Als die Schwertransportbegleitung Anfang der 90er Jahre mit der "Erfindung" des BF3 neu geregelt wurde, waren Apps noch nichtmal Zukunftsmusik. Damals war die Möglichkeit, im Auto telefonieren zu können und immer erreichbar zu sein revolutionär, das vergißt man heutzutage zu leicht.

Demzufolge sind in der RGST 1992 mehrere Seiten mit Telefonnummern abgedruckt: Ansprechstellen der Polizei. Diese Lagezentren waren praktisch die einzigen Ansprechpartner, wenn es Probleme gab (mal abgesehen von der "Servicenummer 110). Man sollte kurz vor Einfahrt in das jeweilige Bundesland dort anrufen. Nunja, einige haben das gemacht :whistle:

Heutzutage hat es sich durchgesetzt, Informationen zur Befahrbarkeit der Strecke im Internet anzubieten. Das tun die Bundesländer (noch) in unterschiedlicher Weise. Vielleicht läuft alles auf eine bundeseinheitliche Schwerlast-App hinaus. Wir werden es erleben.



Schuby hat geschrieben: Im Übrigen habe ich mich noch nie mit diesen Seiten befasst. ...


Das mußt du auch gar nicht. Das gehört nicht direkt zum Job des Begleiters.

Aber es ist doch nett, Bescheid zu wissen, oder?


Schuby hat geschrieben: ...
Das als Auflage für einen genehmigungspflichtigen Transport zu machen ist mit Sicherheit rechtlich nicht haltbar. ...


Warum nicht?

Das ist eine ehrliche Frage!

Die Auflagen richten sich an den Genehmigungsinhaber. Warum sollte die Behörde von jemandem, dem sie gestattet, bestimmte Straßen über das gesetzlich geregelte Maß hinaus zu nutzen, nicht verlangen können, sich über die aktuelle Befahrbarkeit der Strecke zu informieren - wenn die Informationen abrufbar zur Verfügung stehen?


Schuby hat geschrieben: ...
Viertens bin ich als Begleiter u.U. nicht dafür zur Verantwortung zu ziehen, dass ich vorstehendes nicht getan habe. Zu 99% bin nicht ich, der Begleitfahrer, der Transportführer, sondern die Spedition bzw. deren Beauftragter, also der STP-Fahrer, also muss dieser sich darum kümmern. Ich mache das, wenn ich es möchte (!!!), niemand kann das von mir verlangen oder mir vorschreiben.


Hat schonmal jemand von dir verlangt, im Internet zu recherchieren, ob die Strecke befahrbar ist? Oder dich sogar für fehlende Recherche verantwortlich gemacht, wenn sie es nicht war?


Ich hielt es für sinnvoll, eine Sammlung hilfreicher Quellen mit denen anzufangen, die direkt in der Genehmigung genannt werden und bin gespannt, was sonst noch auftaucht. Über kurz oder lang haben wir dann hier eine Seite, auf der man mit wenigen Klicks zur gesuchten Information kommt. Und dann ist es doch auch egal, wenn jedes Bundesland seine Informationen in eine andere Schublade packt, oder?


:techie-typing:
... der werfe den ersten Stein!

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Re: Lagerfeuer zu "Recht und Links"

Beitragvon Schuby » Fr 9. Dez 2016, 22:47

Ich hab mal eben in meinen Beitrag etwas Struktur gebracht, nichtahnend, das du schon was geschrieben hast, Zita.

Ich bin nicht sauer, warum auch?

Mit meinen Äusserungen will ich einfach nur auf diesen unglaublich lahmen Amtsschimmel hinweisen, der nach wie vor besteht.
In dieser unserer sehr schnelllebigen Zeit, geschuldet auch den "neuen" Medien, ist es für mich nicht nachvollziehbar, das fast nichts auf Bundesebene durchgeführt wird. Jedenfalls nichts in unserem Bereich, mir fällt im Moment auch nichts ein. Und solange unsere Regierungsfuzzies noch immer auf diesem Unwortspiel "neue Medien" rumreiten, wird sich nichts ändern.

Zita hat geschrieben:die Möglichkeit, im Auto telefonieren zu können und immer erreichbar zu sein revolutionär, das vergißt man heutzutage zu leicht.

Mir sind die (sehr übertrieben) 30er Jahre schnurzpiepegal, in denen es hieß, das ist so schwer, das rutscht nicht.
Wir leben im heute und jetzt. Diejenigen, die solche Baustelleninformationssysteme online basteln, wissen sehr wohl, welche Möglichkeiten der Informationsbeschaffung es gibt. Also müssen DIE dafür Sorge tragen, dass man so einfach wie nur irgend möglich an diese Informationen kommt. Wenn ich dann aber sehe, dass man sich anmelden und erst einloggen soll ... Setzen 6, Thema verfehlt.

Zita hat geschrieben:
Schuby hat geschrieben: ...
Das als Auflage für einen genehmigungspflichtigen Transport zu machen ist mit Sicherheit rechtlich nicht haltbar. ...


Warum nicht?

Das ist eine ehrliche Frage!

Hab ich weiter oben schon beantwortet:
Drittens kann mir auch eine Genehmigungsbehörde nicht vorschreiben, dass ich überhaupt im Internet bin, bzw. nach entsprechenden Informationen suchen soll.
Ersetze mich, mir und ich durch einen beliebigen STP-Fahrer bzw. Transportführer und schon hast du eine Antwort.
OT: Es kann mich auch niemand zwingen, die Gebühren einer Parkuhr von meinem wie auch immer geartetem Mobiltelefon abbuchen zu lassen. Ich könnte es ja zuhause vergessen haben, schlimmer noch, ich besitze son neumodischen Kram garnicht?

Ich denke, im Fall eines Falles und mit einem guten Anwalt ist der Genehmigungsinhaber aus der Sache raus. Es kann mich auch niemand dazu verdonnern, Radio zu hören, um teilweise völlig überholte Verkehrsmeldungen abzuhören (So geschehen bei einer Sperrung eines AB-Kreuzes. O-Ton des Beamten am Telefon: Hören Sie kein Radio? Antwort: Ach, wie ist denn die Frequenz des Schwerlastradios?)
So wären wir neulich auch auf der A38 voll in die Tunnelsperrung gerauscht, wenn der Kollege Begleiter nicht zufällig die Sperrung im Radio mitbekommen hätte. Selbstredend, dass wir keine Genehmigung gesehen haben, auch wenn in einigen seit einiger Zeit drinsteht, dass sie dem Begleitfahrer auszuhändigen ist ... Aber das ist Stoff für ein eigenes Thema.

Und nein, von mir hat noch niemand verlangt, entsprechende Recherche zu betreiben, auch das war nicht ausdrücklich auf mich bezogen.
Mal hier, mal da

Gruß Henry

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Re: Lagerfeuer zu "Recht und Links"

Beitragvon Zita » Sa 10. Dez 2016, 01:01

Das Problem, über das wir hier im Moment schreiben sind nicht "Auflagen" sondern "Verantwortlichkeiten", oder?

Sehr viele Konflikte gehen meiner Meinung nach darauf zurück, daß nicht ausreichend bekannt ist, wer eigentlich was zu tun hat. Wenn ich weiß, daß irgendetwas nicht zu meinen Aufgaben gehört, kann mich doch die Beschuldigung, es nicht gemacht zu haben, gar nicht treffen. Je besser ich meinen Aufgabenbereich kenne, desto sicherer kann ich auftreten. Das schließt aber nicht aus, daß ich meine Nase in Dinge stecke, die nicht meine Sache sind - wie eben Baustelleninformationssysteme.


Mein Hinweis auf den Zeitrahmen sollte übrigens nicht das heutige Kuddelmuddel entschuldigen, sondern zeigen, daß die verschiedenen Systeme Teil einer Entwicklung sind. Am Anfang stand die Telefonliste, nach heutigem Stand der Entwicklung scheint mir die App am ehesten zeitgemäß (wie sie bis jetzt nur Schleswig-Holstein hat). Aber du hast recht: einloggen geht gar nicht. :handgestures-thumbdown: Das ist bestenfalls zur Streckenplanung vom Schreibtisch aus praktikabel.


:techie-typing:




Edit:
Ich habe mal etwas gekürzt. :teasing-blah:
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