NRW: Pilotprojekte am laufenden Band

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Zita
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Re: NRW: Pilotprojekte am laufenden Band

Beitragvon Zita » Mo 28. Aug 2017, 11:52

Schuby hat geschrieben:Vielleicht hab ich das bei deinen diversen und informativen Zusammenstellungen überlesen, Zita:

Es wäre grandios, wenn sich mal überregionale Medien damit beschäftigen würden. Nicht nur mit der polizeiersetzenden Begleitung und Absicherung von STPs, sondern auch mit der BF3-Begleitung.
...



Nö, da gab es nix zu überlesen. Das BF3 steht im Moment nicht im Mittelpunkt und in Sachen BF4 hab ich noch keine bundesweit gültigen Texte gefunden. Man arbeitet noch daran, auf regionaler Ebene mit den neuen Rechtsvorschriften klarzukommen. Ich versuche also erstmal, das Gestrüpp der verschiedenen Ansätze zu sortieren.

Bundesweit wurde mit der Änderung des StVG (als Ermächtigungsgrundlage für Regelungen der Bundesländer) so ziemlich alles möglich gemacht. Mehr kann auf der Ebene nicht gemacht werden - Polizei- und Ordnungsrecht ist Ländersache.


Ich denke, es ist gar nicht verkehrt, auf der untersten Ebene die verschiedenen Möglichkeiten zu testen und dann anhand tatsächlich durchgeführter Begleitungen zu entscheiden, wie man die Polizei am Besten entlasten kann.

Aber NRW treibt es mit seiner unterschiedlichen Organisation auf Kreisebene schon auf die Spitze. :think:
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Zita
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Re: NRW: Pilotprojekte am laufenden Band

Beitragvon Zita » So 26. Nov 2017, 03:03

Nochmal ein Nachtrag zum Kreis Siegen-Wittgenstein:

daß man dort einen der Grundsteine für die heutige Regelung gelegt hat, hatte ich ja schon geschrieben. Darauf ist man dort sehr stolz.

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„Der Durchbruch ist geschafft! Nach vierjähriger Modellphase ist auf unsere Initiative hin jetzt in ganz Deutschland die private Begleitung von Schwertransporten möglich und künftig die Regel“, freut sich Landrat Andreas Müller. Die Änderung einer Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung durch den Bundesverkehrsminister hat dafür die Weichen gestellt.
...
Der Kreis Siegen-Wittgenstein hat seit vielen Jahren auf diese Möglichkeit hingewirkt und war Modellkommune des Landes für dieses Projekt. Polizeirat Sebastian Nehring von der Kreispolizeibehörde hat zudem den entsprechenden Arbeitskreis auf Landesebene geleitet und ist Mitglied im Bund-Länder-Fachausschuss zum gleichen Thema. ...



Es bleibt zu hoffen, daß Herr Nehring seine Erfahrungen in Düsseldorf einbringen kann und auf eine Zusammenarbeit zwischen den Kreisen hinwirkt!

...
Nehring übernimmt Führungsposition beim Polizeipräsidium Düsseldorf.

Andreas Müller dankte Nehring für seine dreijährige Tätigkeit in Siegen-Wittgenstein. Der diplomierte Jurist war im Oktober 2014 nach seinem Masterstudium an der Deutschen Hochschule der Polizei als frischgebackener Polizeirat zur Kreispolizeibehörde versetzt worden. Hier war er dann zunächst als Leiter des Leitungsstabes tätig, anschließend als Leiter der Führungsstelle der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz.

Daneben war er Leiter der Landesarbeitsgruppe zur Privatisierung der Transportbegleitung und Mitglied im Bund-Länder-Fachausschuss zum gleichen Thema. Privat ist Nehring passionierter Zehnkämpfer. Er wird Siegen-Wittgenstein in Richtung seiner eigentlichen Heimat verlassen und ab Oktober 2017 beim Polizeipräsidium in Düsseldorf eine Führungsfunktion übernehmen.

„Mir hat die Tätigkeit in Siegen-Wittgenstein richtig Spaß gemacht. Ich bin hier mit offenen Armen aufgenommen worden und wir haben hier zusammen auch große Herausforderungen gestemmt“, so Nehrings positives Fazit seiner „Siegener Jahre“ im Gespräch mit dem Landrat. Insbesondere die Erfolge seiner Arbeit beim Schwertransporte-Projekt liegen Nehring besonders am Herzen. Auch von Düsseldorf aus wird er sich weiter in diesem Bereich engagieren.

Quelle für beide Zitate:
http://m.focus.de/regional/nordrhein-we ... 25282.html
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bonns
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Re: NRW: Pilotprojekte am laufenden Band

Beitragvon bonns » Fr 12. Jan 2018, 13:54

Im Raum Dorsten, Marl und Gladbeck werden BF4 Transporte inzwischen von nur einem BF4 Fahrzeug begleitet.

Die neuen, aktualisierten Roadmaps gibt es hier:
http://www.kreis-re.de/Inhalte/Buergers ... t&id=19262

Dann unter Formulare downloaden.
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Zita
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Re: NRW: Pilotprojekte am laufenden Band

Beitragvon Zita » Sa 17. Mär 2018, 11:10

bonns hat geschrieben:Im Raum Dorsten, Marl und Gladbeck werden BF4 Transporte inzwischen von nur einem BF4 Fahrzeug begleitet.
...



Das macht Sinn!

Allerdings treffen gerade dort mehrere Voraussetzungen für praxistaugliche Lösungen zusammen:

Am wichtigsten sind engagierte Mitarbeiter der Verwaltung. Ich habe selbst einen Ortstermin miterlebt, bei dem die drei Zuständigen sich den Ablauf nachts um zwei Uhr angesehen haben und sich selbst davon überzeugt haben, daß keine drei BF4 gebraucht werden.

Außerdem muß es Beteiligte geben, die ein Interesse an einem sinnvollen Ablauf haben. Hier waren das sowohl der Auftraggeber von Transporten auf mindestens einer Strecke (dessen Chef nachts auch vor Ort war), die ausführende Spedition (die sicher kein Interesse daran hat, langfristig drei BF4 einzusetzen, wo eines völlig ausreichend ist) und auch mindestens eine Begleitfirma.

Und zuletzt ist es bestimmt auch hilfreich, wenn die Organisation Veränderungen erleichtert. Der Kreis Recklinghausen stellt seine Roadmaps ins Internet. Damit können Sie leicht verändert werden und gelten sofort für alle zukünftigen Transporte.


Eine andere Möglichkeit sinnvoller Anpassung habe ich in der vergangenen Woche erlebt:

Die B221 zwischen Kaldenkirchen (A61) und Straelen (A40) ist zwar eine kurze Begleitstrecke, führt aber durch zwei Kreise: Viersen und Kleve. Bei der Einweisung waren zwar Vertreter beider Kreise dabei, es gab aber noch keine durchgehende Roadmap. In der Praxis gab es dann auch Transporte, deren Genehmigung eine BF4-Begleitung nur auf einem Teil der Strecke vorschrieb.

Gestern habe ich an einer Begleitung teilgenommen, die in der Genehmigung des zu begleitenden Transports geregelt war. Die beiden Kreise haben offensichtlich keine gemeinsame Roadmap für die Strecke erstellt sondern die Aufgaben der Begleitfahrzeuge als verkehrsrechtliche Anordnung in die Genehmigung geschrieben. Genau wie in einer Roadmap gibt es farbliche Darstellungen der Kreuzungen mit Markierung der Standorte von Transport und Begleitfahrzeugen und jede ist als verkehrsrechtliche Anordnung gekennzeichnet - entweder des Kreises Viersen oder des Kreises Kleve.

Das scheint mir eine sehr sinnvolle Darstellung zu sein (vor allem für kurze Begleitstrecken). Besonders gut gefällt mir, daß die geforderten Maßnahmen der BF4 nicht als eine Art "Geheimwissen" per Roadmap an die Begleiter ausgeteilt werden, die der Kraftfahrer über sich ergehen lassen muß sondern Bestandteil der Genehmigung sind und damit für jeden einsehbar, der am Transport beteiligt ist.


Fazit: der Praxiseinsatz der BF4 führt zu sinnvollen Veränderungen.
Was will man mehr?



:auto-layrubber:

Gute Fahrt allerseits.
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Re: NRW: Pilotprojekte am laufenden Band

Beitragvon Zita » Sa 21. Jul 2018, 16:11

Bei allen Unterschieden in den einzelnen Kreisen scheint man auch in NRW auf offizieller Seite mit den Entwicklungen ganz żufrieden zu sein:

Für die Begleitung von Schwertransporten werden in Nordrhein-Westfalen nach Angaben des Innenministeriums zunehmend Privatfirmen statt Polizisten eingesetzt. „Hier ist eine deutliche Entlastung der Polizei spürbar“, sagte ein Ministeriumssprecher in Düsseldorf auf Anfrage. Dies bestätigt auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Das Verfahren hat sich bewährt, die Firmen haben das angenommen“, sagte GdP-Chef Michael Mertens.

...

Die Einweisung der sogenannten Verwaltungshelfer für die jeweilige Strecke erfolgt durch die zuständige Straßenverkehrsbehörde. „Das Verfahren ist etwas umständlich, aber es funktioniert in NRW ganz gut“, sagte der Geschäftsführer der Bundesfachgruppe Schwertransporte und Kranarbeiten (BSK), Wolfgang Draaf.

Im Gegensatz zu einigen anderen Bundesländern wie zum Beispiel Hessen hätten die Unternehmen in NRW keine Probleme, genug Verwaltungshelfer zu finden. „Das liegt wahrscheinlich daran, dass man sich dort im Rahmen des Pilotprojekts schon recht früh mit dem Thema beschäftigt hat“, vermutete Draaf.

Quelle:
https://rp-online.de/nrw/panorama/nrw-p ... d-23340039
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